{"id":432,"date":"2021-07-29T11:10:00","date_gmt":"2021-07-29T09:10:00","guid":{"rendered":"https:\/\/srcc.saxxbizz.de\/?p=432"},"modified":"2024-05-07T10:31:49","modified_gmt":"2024-05-07T08:31:49","slug":"zweites-vernetzungstreffen-innovativer-mobilitaetsprojekte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.smart-rail-campus.de\/?p=432","title":{"rendered":"Zweites Vernetzungstreffen innovativer Mobilit\u00e4tsprojekte"},"content":{"rendered":"\n<p>Zweites Vernetzungstreffen innovativer Mobilit\u00e4tsprojekte<\/p>\n\n\n\n<p>Am 09. Juli 2021 fand auf gemeinsame Initiative des WIR!-B\u00fcndnisses Smart Rail Connectivity Campus (SRCC) und von Smart City Zw\u00f6nitz das zweite Netzwerktreffen innovativer Mobilit\u00e4tsvorhaben im Erzgebirgskreis und in Mittelsachsen statt. Neben den vier regionalen Mobilit\u00e4tsprojekten, welche sich bereits am 11. Dezember 2020 austauschten, vergr\u00f6\u00dferte sich die Runde um zwei weitere Pro\u00adjekte (\u201eShuttle im Quartier\u201c und \u201eSteigtUM\u201c) sowie um einen Vertreter der Wirtschaftsf\u00f6rderung Erzgebirge.<\/p>\n\n\n\n<p>In dem fast vierst\u00fcndigen Pr\u00e4senztreffen wurden die Projektans\u00e4tze der neu hinzugekommenen Vorhaben vorgestellt und diskutiert sowie anschlie\u00dfend die aktuellen Arbeitsst\u00e4nde und Herausforderungen der Projekte \u201eStollberg bewegt\u201c (vormals \u201eStollberg macht mobil\u201c), \u201eERZMobil\u201c, \u201eMobility4All\u201c und \u201eSmarte Mobilit\u00e4tsketten im l\u00e4ndlichen Raum\u201c pr\u00e4sentiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Vernetzungstreffen dient neben dem Erfahrungsaustausch auch dem Identifizieren von Schnittmengen und Abgrenzungsbereichen, um darauf aufbauend die Basis f\u00fcr ein gemeinsames Vor\u00adgehen bei der Weiterentwicklung der derzeitigen Mobilit\u00e4tskonzepte zu schaffen und Synergien zu nutzen. Das gemeinschaftliche Ziel und folglich das Ziel jedes einzelnen Vorhabens ist die Verbesserung der regionalen Mobilit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"827\" src=\"https:\/\/www.smart-rail-campus.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image-1024x827.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-433\" srcset=\"https:\/\/www.smart-rail-campus.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image-1024x827.png 1024w, https:\/\/www.smart-rail-campus.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image-300x242.png 300w, https:\/\/www.smart-rail-campus.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image-768x621.png 768w, https:\/\/www.smart-rail-campus.de\/wp-content\/uploads\/2022\/03\/image.png 1344w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Grafik: Marco Rehme\/OpenStreetMap<strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Anhand der laufenden Projekte in den Regionen S\u00fcdwest- und Mittelsachsen wird deutlich, dass sich die Landkarte inno\u00advativer Mobilit\u00e4tsprojekte stetig verdichtet und hier ein Keim f\u00fcr intelligente Mobilit\u00e4tsl\u00f6sungen jenseits der g\u00e4ngigen Konzepte f\u00fcr Gro\u00dfst\u00e4dte heranw\u00e4chst. Die Mobilit\u00e4tsprojekt-Landkarte umfasst die am Ver\u00adnetzungstreffen beteiligten, nachfolgend skizzierten Vorhaben, welche im \u00fcberwiegend l\u00e4ndlich gepr\u00e4gten Raum um Chemnitz herum \u2013 sowohl an Bahnachsen angebun\u00adden als auch zwischen diesen befindlich \u2013 angesiedelt sind.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Mobility 4All<\/strong><br>N\u00f6rdlich von Chemnitz verl\u00e4uft eine Bahnachse durch die Stadt Mittweida, wo das Projekt \u201eMobility4All \u2013 Mobilit\u00e4t weiterdenken in Mittweida\u201c verortet ist. Der regionale Fokus liegt hierbei auf der Hochschulstadt und deren Umland. Das Vorhaben ist in das WIR!-Vorhaben \u201eBlockchain-Schaufensterregion Mittweida\u201c eingeordnet (blockchain.hs-mittweida.de). Die Hochschule Mittweida forscht mit dem Projekt an einer zukunftsf\u00e4higen Mobilit\u00e4t f\u00fcr den l\u00e4ndlichen Raum.&nbsp; Es wird insbesondere die emissionsfreie Mobilit\u00e4t im Bereich der Sharing-Economy auf Basis der Blockchain-Technologie erforscht und getestet. Dabei nimmt die Region Mittweida die Rolle eines Reallabors f\u00fcr neue multimodale Mobilit\u00e4tskonzepte ein. Der lang\u00adfristige Fokus wird auf die automatisierte und bedarfsgerechte Bereitstellung von gemeinsam genutzten Mobilit\u00e4tstr\u00e4gern (z.B. (e-)Autos, (e-)Fahrr\u00e4der (e-)Roller) f\u00fcr Privatpersonen und Unternehmen gelegt. Die Blockchain-Technologie soll einen signifikanten Mehrwert gegen\u00fcber den bisher am Markt verf\u00fcgbaren Mobilit\u00e4tsplattformen bieten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>SteigtUM<\/strong><br>An einer weiteren Bahnstrecke befindlich ist die Universit\u00e4tsstadt Freiberg, in welcher das Projekt \u201eSteigtUM\u201c angesiedelt ist. Das Verbundvorhaben wird vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF) gef\u00f6rdert und verfolgt das Ziel, ein umweltfreundliches urbanes Mobilit\u00e4tskonzept auf Basis von elektrisch betriebenen Mikromobilen f\u00fcr Kleinst\u00e4dte zu entwickeln. Das Projekt, mit einer Laufzeit von 12\/2019 bis 05\/2023, erarbeitet ein Mobilit\u00e4tssystem, das neben den alltagstauglichen elektrischen Kleinfahrzeugen aus einer autonomen Verleih- und Ladeinfrastruktur und einer universellen Nutzungsschnittstelle besteht. Damit soll einem m\u00f6glichst brei\u00adten Kreis an Menschen eine kosteng\u00fcnstige, leicht verf\u00fcgbare und emissionsfreie Alternative zum PKW angeboten werden. Das System kann sowohl privat als auch gewerblich genutzt werden. Im Anschluss an die nutzerzentrierte Entwicklung wird das Gesamtsystem in einem mehrstufigen Reallabor in der Stadt Freiberg hinsichtlich Funktionalit\u00e4t, Flexibilit\u00e4t, Akzeptanz und Nutzerfreundlichkeit erprobt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Smarte Mobilit\u00e4tsketten im l\u00e4ndlichen Raum<\/strong><br>Das vom SRCC (<a href=\"https:\/\/smart-rail.cc\/\">smart-rail.cc<\/a>) initiierte Projekt \u201eSmarte Mobilit\u00e4tsketten im l\u00e4ndlichen Raum\u201c wird vom BMBF im Rahmen der WIR-Initiative gef\u00f6rdert und l\u00e4uft bereits seit Anfang 2020. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Entwicklung eines smarten, multimodalen und vernetzten Mobilit\u00e4tskonzeptes f\u00fcr einen Mobilit\u00e4tsraum in der Region Chemnitz-Erzgebirge unter Ber\u00fccksichtigung und zur Bew\u00e4ltigung be\u00adstehender angebotsseitiger, nachfrageseitiger, rechtlicher und technologischer Barrieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Identifikation entsprechender Barrieren werden nun L\u00f6sungsans\u00e4tze zu deren \u00dcberwindung erarbeitet sowie projektbegleitend die \u00f6konomische und \u00f6kologische Nachhaltigkeit der alternativen Kon\u00adzepte untersucht und bewertet. Da der l\u00e4ndliche Raum durch eine geringe Erschlie\u00dfungsqualit\u00e4t des \u00d6PNV charakterisiert ist \u2013 insbesondere zwischen den Hauptverkehrsachsen \u2013 wurde der Betrachtungsfokus auf zwei konkretere Mobilit\u00e4tsr\u00e4ume gelegt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die Gemeinde Gelenau, mit einer f\u00fcr den Erzgebirgsraum typischen, langgezogenen Ortsform, und deren inner\u00f6rtlichen Erschlie\u00dfung sowie<\/li>\n\n\n\n<li>die Fl\u00e4chenkommune Marienberg und die Anbindung der umliegenden Zentren und Umlandkommunen.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Neben dem Projekt \u201eSmarte Mobilit\u00e4tsketten im l\u00e4ndlichen Raum\u201c nehmen auch das Gesamtvorhaben SRCC mit seiner Teststrecke zwischen Annaberg-Buchholz und Schwarzenberg sowie das \u201eNachhaltige Elektromobilit\u00e4tskonzept f\u00fcr Annaberg-Buchholz (NEMAB)\u201c auf die regionalen Mobilit\u00e4tsthemen Einfluss.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Shuttle im Quartier (ShiQ)<\/strong><br>Wie auch die Gemeinde Gelenau befindet sich Ehrenfriedersdorf zwischen zwei Bahnachsen und steht den Herausforderungen der inner\u00f6rtlichen Feinerschlie\u00dfung aber auch dem demografischen Wandel gegen\u00ad\u00fcber. &nbsp;SHIQ erleichtert die Wege f\u00fcr die Bewohner von Ehrenfriedersdorf, die nicht durch den \u00d6PNV abgedeckt sind. Ein E-Shuttle im und um das Quartier der Wohnungsgenossenschaft \u201eGl\u00fcck auf\u201c Ehrenfriedersdorf eG verbindet soziale Assistenzdienstleistungen mit On-Demand-Mobilit\u00e4t. Von Haust\u00fcr zu Haust\u00fcr bis zum Supermarkt, Arzt, Rathaus oder Apotheke sollen die Bewohner gefahren werden. Ein K\u00fcmmerer an Bord begleitet hilfebed\u00fcrftige Menschen von der Wohnung in das Shuttle. Der Bewegungsradius von Einwohnern mit eingeschr\u00e4nkter Mobilit\u00e4t wird erh\u00f6ht, der Individualverkehr f\u00fcr Kurzstrecken wird reduziert und die Lebensqualit\u00e4t im Ort steigt. Neben dem Effekt des st\u00e4rkeren Teilhabens am gesellschaftlichen Leben f\u00fcr Senioren, hilft es dem Einzelhandel und Dienstleistern vor Ort. In der Folge brauchen Menschen, vor allem an der Grenze der Fahrt\u00fcchtigkeit, kein eigenes Auto mehr. Positive Effekte sind die Entlastung von Angeh\u00f6rigen und Pflegepersonal, positive Umwelteffekte und die Einsparung von Parkfl\u00e4chen. F\u00fcr einen Ort im l\u00e4ndlichen Raum wie Ehrenfriedersdorf bewirkt dieses \u201eSHIQ\u201c-Shuttleangebot steigende (Wohnraum-)Attraktivit\u00e4t und mehr M\u00f6glichkeiten, damit die Einwohner l\u00e4nger selbstbestimmt in ihren Wohnungen leben und dennoch am gesellschaftlichen Leben mit Einkaufen, Kultur und Begegnungen teilhaben k\u00f6nnen. Das Projekt wird vom Bundesministerium f\u00fcr Wirtschaft und Energie (BMWi) im Zeitraum vom 01.09.2020 \u2013 31.08.2023 gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>ERZmobil<\/strong><br>In vielen erzgebirgischen Kleinst\u00e4dten stellt es eine Herausforderung dar, die Ortsteile an den \u00d6PNV und an die Innenstadt anzubinden. Aus der Bergstadt Zw\u00f6nitz wurde der aktuelle Stand des Projekts \u201eERZmobil\u201c vorgestellt, welches dieser Problematik begegnet. Realisiert wird das Projekt im Zuge des Gesamtvorhabens \u201eSmart Zw\u00f6nitz\u201c (<a href=\"https:\/\/smartcity-zwoenitz.de\/\">smart-zwoenitz.de<\/a>). Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines On-Demand-Systems f\u00fcr die Stadt Zw\u00f6nitz und perspektivisch f\u00fcr das ganze Erzgebirge. Ziel ist dabei, den Zugang zum bestehenden \u00d6PNV durch einen digital gemanagten Rufbus (wieder-)herzustellen. Dabei werden neben den technischen Ma\u00dfnahmen, wie der Entwicklung einer App, auch die finanziellen und organisatorischen Hintergr\u00fcnde ber\u00fccksichtigt. Bei\u00adspielsweise wird ein nachhaltiges Gesch\u00e4ftsmodell entwickelt, das auch \u00fcber den F\u00f6rderzeitraum hinaus funktionieren soll. Das Projekt hat in den letzten Wochen die erste H\u00fcrde der Beauftragung von Entwicklungsleistungen genommen und wird nun bis Dezember eine erste App entwickeln. Besonders am Herzen liegt dem Projektteam dabei, dass neben der neu entstehenden Verkehrsleistungen auch innovative Technologien in der Region entwickelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stollberg bewegt<\/strong><br>Auch die Nachbarstadt Stollberg ist unmittelbar an die Bahnachse nach Chemnitz angebunden. Den\u00adnoch stellt auch hier die Anbindung der Ortsteile an die Kernstadt und den \u00d6PNV eine Problematik dar. Das Vorhaben verfolgt mit dem Betrieb eines Gemeindebusses das Ziel, Mobilit\u00e4t vom motorisierten Indi\u00advidualverkehr auf umweltfreundliche Verkehrstr\u00e4ger zu \u00fcbertragen. Hauptzielgruppe sind dabei Menschen unter 18 Jahren und \u00fcber 75 Jahren. Dies spricht vor allem Menschen an, die selbst nicht (mehr) in Lage sind, ein eigenes Auto zu f\u00fchren und\/oder aktiv die Dienste des \u00d6PNV mit dessen Haltestellenstruktur in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig werden durch Sammelfahrten von Kindern und Jugendlichen im Rahmen von Vereins-, Ausflugs- und Transportfahrten Eltern entlastet.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Vernetzungsteil der Veranstaltung diskutierten die Vertreter und Vertreterinnen der Projekte \u00fcber die Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Projektans\u00e4tze sowie die Herausforderungen einer bedarfsge\u00adrechten, nachhaltigen und auch intermodalen Mobilit\u00e4t. Einigkeit bestand vor allem darin, dass der gemeinsame Erfahrungsaustausch mit Blick auf die projektspezifischen Herausforderungen und auch L\u00f6sungsans\u00e4tze sowohl sehr ertragreich als auch notwendig ist. Eine Fortf\u00fchrung des Vernetzungs\u00adformates in einem halbj\u00e4hrlichen Turnus wurde gew\u00fcnscht. F\u00fcr den Januar 2022 wird das n\u00e4chste Treffen angesetzt.&nbsp;Das Netzwerk ist f\u00fcr weitere Projekte sowie interessierte Kommunen offen, die Mitarbeit ist ausdr\u00fccklich erw\u00fcnscht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ansprechpartner f\u00fcr Interessierte:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Dr. Steve Rother: E-Mail steve.rother@wirtschaft.tu-chemnitz.de (Smarte Mobilit\u00e4tsketten im l\u00e4ndlichen Raum)<\/li>\n\n\n\n<li>Dr. Martin Benedict: E-Mail m.benedict@zwoenitz.de (Smart Zw\u00f6nitz)<\/li>\n\n\n\n<li>Patrick Ro\u00dfner: E-Mail P.Rossner@stollberg-erzgebirge.de (Stollberg bewegt)<\/li>\n\n\n\n<li>Ren\u00e9 H\u00e4rtel: E-Mail rene.haertel@hs-mittweida.de (Mobility 4All)<\/li>\n\n\n\n<li>Konrad Uebel: E-Mail konrad.uebel@freiberg-institut.de (ShiQ)<\/li>\n\n\n\n<li>Prof. Dr.-Ing. Jana Kertscher: E-Mail Jana.Kertzscher@et.tu-freiberg.de (SteigtUM)<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p><br>(Autorin: Julia D\u00f6ring)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zweites Vernetzungstreffen innovativer Mobilit\u00e4tsprojekte Am 09. Juli 2021 fand auf gemeinsame Initiative des WIR!-B\u00fcndnisses Smart Rail Connectivity Campus (SRCC) und von Smart City Zw\u00f6nitz das zweite Netzwerktreffen innovativer Mobilit\u00e4tsvorhaben im Erzgebirgskreis und in Mittelsachsen statt. Neben den vier regionalen Mobilit\u00e4tsprojekten, welche sich bereits am 11. 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