Ein Weihnachtsgedicht von Julia Döring

Der Weihnachtsmann ist unterwegs

Der Weihnachtsmann ist unterwegs,
die Reise mit dem Schlitten stets.
Doch letztes Jahr war es geschehen,
hab´ zu tief in die Tasse gesehen.


Hinfort ist jetzt mein Führerschein,
Und trink´ seitdem auch keinen Wein.

Ins Erzgebirge muss ich nun,
doch was soll ich jetzt nur tun?
Fahren mit Bus und Bahn?
Mit dem ganzen Weihnachtskram?

Mit den Öffentlichen durch die vielen Orte?
Zu Heiligabend? Da fehlen mit die Worte.
Da fährt der Bus bis zur fünften Stund’
und brauch man ein Ticket für den Verbund!

Muss ich jetzt den Sack mit zahlen?
Das zu durchblicken sind wahre Qualen.
Welchen Tarif sollt´ ich denn wählen,
ob für mich Ermäßigungen zählen?


Eine kleine Ersparnis für den Weihnachtsmann,
man sich im ÖPNV doch erhoffen kann.

Automaten, Verkaufsstellen und die App kannst du vergessen,
hab mal wieder in einem Funkloch gesessen.
Über Bargeld verfüg´ ich schon lang nicht mehr,
und Kartenzahlung wünsch ich mir noch immer sehr.

Wisst ihr, was ich auf meinen Wunschzettel schreib?
Flächendeckende ÖPNV-Erschließung weit und breit!

Infos – verständlich und verfügbar für allesamt
ein SRCC-Schienen-Shuttle ganz unbemannt,
Von Pockau bis nach Marienberg,
nach der Pilotphase immer verkehrt.

Dynamischer Fahrplan im On-Demand-System,
Reisen im ländlichen Raum ohne Problem.
Das WIR-Projekt bringt neue Denkanstöße,
nun ist im Einsatz eine kleine Bus-Gefäßgröße.

Die wahren Bedürfnisse der Menschen erfassen
und letztlich die Anbieterstruktur anpassen,
ob Genossenschaft oder Zweckverband,
alles kommt aus einer Hand.


Bis dahin muss ich geduldig sein
und steige in ein Taxi ein.
Wenn auch teuer für den Weihnachtsmann
Man die Menschen beglücken kann.
Das wichtigste in dieser Zeit,
ist nun mal Besinnlichkeit.
Drum wünsch ich euch ein frohes Weihnachts-Fest
Die freie Zeit euch hoffentlich zur Ruhe kommen lässt!

– Julia Döring –

Erstes Netzwerktreffen innovativer Mobilitätsvorhaben im Erzgebirgskreis und Mittelsachsen

Innovative Mobilitätsprojekte arbeiten zusammen!

Im Rahmen des WIR!-Bündnisses Smart Rail Connectivity Campus (SRCC) fand am 11. Dezember digital das erste Netzwerktreffen innovativer Mobilitätsvorhaben in Erzgebirgskreis und Mittelsachsen statt. In einer Runde bestehend aus vier regionalen Mobilitätsprojekten wurden die individuellen Herangehensweisen, der Projektstand, die einbezogenen Partner und bereits erzielte Zwischenergebnisse vorgestellt und diskutiert. Beteiligt waren die nachfolgend skizzierten Vorhaben.

Smarte Mobilitätsketten im ländlichen Raum

Das vom SRCC (smart-rail.cc) initiierte Projekt „Smarte Mobilitätsketten im ländlichen Raum“ wird vom BMBF im Rahmen der WIR-Initiative gefördert und läuft bereits seit Anfang 2020. Der Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Entwicklung eines smarten, multimodalen und vernetzten Mobilitätskonzeptes für einen Mobilitätsraum in der Region Chemnitz-Erzgebirge unter Berücksichtigung und zur Bewältigung bestehender angebotsseitiger, nachfrageseitiger, rechtlicher und technologischer Barrieren. In den zurückliegenden Monaten konnten im Projekt umfangreiche Untersuchungen zur Identifikation entsprechender Barrieren und Mobilitätslücken angestellt werden. In der zweiten Projekthälfte sollen nun Lösungsansätze zur Überwindung dieser Barrieren erarbeitet werden. Dabei liegt ein Schwerpunkt auf der projektbegleitenden Untersuchung und Bewertung der ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit alternativer Konzepte.

ERZmobil

In vielen erzgebirgischen Kleinstädten stellt es eine Herausforderung dar, die Ortsteile an den ÖPNV und an die Innenstadt anzubinden. Aus der Bergstadt Zwönitz wurde das Projekt „ERZmobil“ vorgestellt, welches dieser Problematik begegnet. Realisiert wird das Projekt im Zuge des Gesamtvorhabens „Smart Zwönitz“ (smart-zwoenitz.de). Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eines On-Demand-Systems für das Erzgebirge. Ziel ist dabei, den Zugang zum bestehenden ÖPNV durch einen digital gemanagten Rufbus (wieder)herzustellen. Dabei werden neben den technischen Maßnahmen, wie der Entwicklung einer App, auch die finanziellen und organisatorischen Hintergründe berücksichtigt. Beispielsweise wird ein nachhaltiges Geschäftsmodell entwickelt, das auch über den Förderzeitraum hinaus funktionieren soll.

Stollberg macht mobil

Auch in der Nachbarstadt Stollberg wird gerade an Konzepten geforscht, um die Mobilität für die Bevölkerung im ländlichen Raum einfacher zu gestalten und damit auch mobilitätseingeschränkten Personengruppen eine bessere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Den Hauptteil des Projektes stellt eine multimodale Mobilitätsplattform dar, in der dem späteren Nutzer verschiedene Mobilitätsoptionen für seine Wege in Stollberg barrierefrei angeboten werden. Den zweiten Fokus des Projektes stellt die stärkere infrastrukturelle Berücksichtigung umweltfreundlicher Mobilitätsformen dar. Es werden operative und strategische Verbesserungen der Fahrrad- und Fußgängerinfrastruktur erarbeitet, umgesetzt und evaluiert.

Mobility 4All

Das vierte Vorhaben, das im Rahmen des Netzwerktreffens vorgestellt wurde, hat seinen regionalen Fokus auf der Hochschulstadt Mittweida und deren Umland. Es ist in das WIR!-Vorhaben „Blockchain-Schaufensterregion Mittweida“ eingeordnet (blockchain.hs-mittweida.de). Die Hochschule Mittweida forscht mit dem Projekt „Mobility 4All – Mobilität weiterdenken in Mittweida“ an einer zukunftsfähigen Mobilität für den ländlichen Raum.  Es wird insbesondere die emissionsfreie Mobilität im Bereich der Sharing-Economy auf Basis der Blockchain-Technologie erforscht und getestet. Dabei nimmt die Region Mittweida die Rolle eines Reallabors für neue multimodale Mobilitätskonzepte ein. Der langfristige Fokus wird auf die automatisierte und bedarfsgerechte Bereitstellung von gemeinsam genutzten Mobilitätsträgern (z.B. (e-)Autos, (e-)Fahrräder (e-)Roller) für Privatpersonen und Unternehmen gelegt. Die Blockchain-Technologie soll einen signifikanten Mehrwert gegenüber den bisher am Markt verfügbaren Mobilitätsplattformen bieten.

In einem vierstündigen Onlinemeeting wurden die Projektansätze vorgestellt, diskutiert, Schnittmengen und Abgrenzungsbereiche erörtert. Damit soll die Basis für ein gemeinsames Vorgehen bei der Weiterentwicklung der derzeitigen Mobilitätskonzepte unter Nutzung von Synergien geschaffen werden –mit dem klaren Ziel, die Mobilität in den jeweiligen Regionen deutlich zu verbessern.

Alle Vertreter der Mobilitätsprojekte waren sich darin einig, dass Insellösungen unbedingt vermieden werden müssen. Einigkeit bestand auch darin, das Cross-Networking-Format eines gemeinsamen Netzwerktreffens zukünftig zu verstetigen und so in einem mindestens halbjährlichen Abstand sich jeweils gegenseitig über aktuelle Entwicklungen, aber auch Herausforderungen zu informieren. Das Netzwerk ist für weitere Projekte offen, die Mitarbeit ist ausdrücklich erwünscht. Interessenten wenden sich bitte an:

Ansprechpartner:

  • Dr. Steve Rother: steve.rother@wirtschaft.tu-chemnitz.de (Smarte Mobilitätsketten im ländlichen Raum)
  • Dr. Martin Benedict: m.benedict@zwoenitz.de (Smart Zwönitz)
  • Patrick Roßner: P.Rossner@stollberg-erzgebirge.de (Stollberg macht mobil)
  • Prof. Dr. Alexander Knauer: Alexander.Knauer@hs-mittweida.de (Mobility 4All)