Annaberg-Buchholz 10. Juni 2026 – Ein starkes Signal für die Mobilität von morgen und den Strukturwandel in der Region: Am gestrigen Mittwoch blickte der Smart Rail Connectivity Campus (SRCC) auf seiner feierlichen WIR!-Abschlussveranstaltung auf eine erfolgreiche Projektphase zurück. Insgesamt 24 Innovationsprojekte wurden im Rahmen der BMFTR-Förderung „Wandel durch Innovation in der Region“ (WIR!) auf den Weg gebracht, um den Schienenverkehr innovativer und nachhaltiger zu gestalten.Hand in Hand für Innovationen in der Region
Getreu dem Namen des Bündnisses betonte der Vorstandsvorsitzende des Smart Rail Connectivity e.V. Rolf Schmidt in seinen Grußworten: „Innovation ist nicht von der Größe einer Region abhängig, sondern von den Menschen, die sie vorantreiben“. Er ist als Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Annaberg-Buchholz besonders stolz auf das Geleistete, denn die Stadt unterstützt das Vorhaben als ein Kernpartner auf vielen Ebenen. Die treibende wissenschaftliche Kraft lag bei der Technischen Universität Chemnitz als weiterer Kernpartner des Bündnisses. Die TU Chemnitz war an sage und schreibe 22 der 24 Projekte direkt beteiligt und brachte gebündelte Spitzenkompetenz in den Campus ein. Mit dem erfolgreichen Abschluss dieser 24 Projekte zieht der Smart Rail Connectivity Campus eine herausragende Bilanz der WIR!-Förderphase und stellt die Potenziale heraus, die durch die Projektergebnisse entstanden sind.
Einzigartige 5G-Infrastruktur als Katalysator für die regionale Wirtschaft
Ein absolutes Highlight und Alleinstellungsmerkmal des Vorhabens ist die mit starken Partnern errichtete, einzigartige 5G-Forschungsinfrastruktur am Campus in Annaberg-Buchholz sowie der Zugriff auf die Teststrecke der Erzgebirgsbahn. Auf der Veranstaltung wurde eindrucksvoll aufgezeigt, wie der SRCC und diese Infrastruktur zielführend Katalysator für den regionalen Strukturwandel sein kann. Ein Fokus liegt beispielsweise auf der echtzeitfähigen Videoübertragung in unserem Fall von der Kamera hin zum Server. Diese Technologie bildet das Fundament für das sogenannte „Remote-Fahren“ – der Fernsteuerung von Schienenfahrzeugen durch einen Operator. „Der Standort Annaberg-Buchholz ist für derartige Anwendungen ideal, um Forschung und Praxis zu verbinden. Hier können gemeinsam Ideen entwickelt und schnell konzeptionell überprüft werden.“, so das Resümee von Udo Wehner, Geschäftsführer des Bereiches SRCC am Zentrum für Wissens- und Technologietransfer der TU Chemnitz.
Ein starkes Ökosystem: Von regionalen Unternehmen bis zur europäischen Spitzenforschung Der Erfolg des SRCC misst sich jedoch nicht nur in wissenschaftlichen Meilensteinen, sondern auch in wirtschaftlichen Impulsen für die Region. So sind aus den Projekten viele synergetische Partnerschaften, u.a. mit regionalen, agilen Start-Ups wie Pinpoint, hervorgegangen, die frischen Wind in die Branche bringen. Zudem hat der Campus bewiesen, dass er als perfekte Brücke zwischen regionaler Wirtschaft sowie europäischen und internationalen Branchenriesen fungiert. Ein Paradebeispiel hierfür ist das Projekt MultiPath: Hier arbeiten der SRCC, die TU Chemnitz und regionale Spezialisten wie das Ingenieurbüro Weißflog Hand in Hand mit großen Konzeren wie Siemens, Frauscher und der DB InfraGO an der Zukunft der digitalen Stellwerkskommunikation.
Von gedruckten Lautsprechern bis zum autonomen Fahren: Die Projekt-Highlights Im Rahmen von Fachvorträgen und einer dynamischen Pitch-Session bekamen die Gäste exklusive Einblicke in die Ergebnisse der unterschiedlichen Projekte:- Smarte Züge & Fahrgastkomfort: Mit AudioBAHN2 wurden hauchdünne, gedruckte Multikanal-Lautsprecher für Züge entwickelt, die eine perfekte Sprachverständlichkeit im gesamten Zug ermöglichen. Die Projektpartner der Technischen Universität Chemnitz, der Hörmann Vehicle Engineering GmbH sowie der Seiwo Technik GmbH wollen auf Basis dieser aus Grundlagenforschung der TU Chemnitz hervorgegangenen Weltneuheit Audio-Fahrgastinformationssysteme für den Bahnverkehr nutzerfreundlicher machen.
- Kommunikation & Automatisierung: Das preisgekrönte Projekt LCX4Rail in Partnerschaft mit der Technischen Universität Chemnitz, Technischen Universität Dresden, ibes AG und MRK Media AG nutzt spezielle Leckwellenleiter-Kabel im Gleisbett für eine lückenlose Breitbandversorgung und satellitenunabhängige Ortung. I Im Projekt Automatisierte Umfeldbeobachtung der Bahninfrastruktur (AuBBi) wurde in Partnerschaft mit der TU Chemnitz und mit Unterstützung des Ingenieurbüro Weißflog ein Demonstrator zur frühzeitigen Erkennung kritischer Situationen an Bahnübergängen entwickelt. Auch im Erzgebirge mit seinen zahlreichen Bahnübergängen bietet die Technik ein großes Potenzial, Gefahrenräume künftig besser zu erfassen. Ein hochverfügbares, verschlüsseltes Mehrkanal-Funkkommunikations-system (unter Nutzung von LTE, 5G und WLAN), um herkömmliche, kabelgebundene Bahnelemente, wie Weichen und Signale, latenzarm und sicher per Funk mit dem Stellwerk zu vernetzen entwickelte das vorgestellte Projekt MultiPath. Unter der Konsortialführung des SRCC und der TU Chemnitz arbeitet hierfür ein starkes regionales und deutschlandweites Partnernetzwerk – Siemens Mobility GmbH, Frauscher Sensortechnik Deutschland GmbH, DB InfraGO AG, Ingenieurbüro Weißflog, neovendi GmbH, comcrypto GmbH – an der prototypischen Umsetzung und Felderprobung dieser intelligenten Routing-Technologie.
- Kompetenzentwicklung für Jung & Alt: Education4Rail schließt die Lücke zwischen akademischer Spitzenforschung und beruflicher Praxis. Mit den Projektpartnern der TU Chemnitz, des SRCC e. V. und der Neovendi GmbH sichert es die Zukunftsfähigkeit (regionaler) Unternehmen, indem es maßgeschneiderte Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote anbietet, um Fachkräfte und Fachkräfte von heute weiterzubilden. Zudem setzt es bereits bei Kindern und Jugendlichen an mit spannenden Formaten zur Begeisterung für technische Themen, wie z. B. mit einen EscapeTrain.
Zwischenhalt statt Endstation Auch wenn die WIR!-Förderphase planmäßig endet, blickt der SRCC e. V. voller Tatendrang in die Zukunft. Die geschaffenen Testumgebungen, die entwickelte Demonstratoren und das starke Netzwerk aus Wissenschaft und Wirtschaft bilden das perfekte Fundament für zahlreiche Folgeprojekte. Diese leisten weiterhin Beiträge zur Mobilität und zum Bahnsystem der Zukunft und enablen regionale Unternehmen an diesen Beiträgen zu partizipieren. Unsere Perspektive verbindet die regionale Verankerung in der Mitte Europas mit einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit auf nationaler, europäischer und globaler Ebene. Der Smart Rail Connectivity Campus beweist, dass das Erzgebirge das Zeug zum europäischen Herzstück für Innovationen in der Mobilitätsbranche hat.















